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1.Geocaching – was ist das denn?
Geocaching ist die moderne Form der Schnitzeljagd. Ausgestattet mit einem GPS-Empfänger und GPS-Daten, die man von ver- schiedenen Portalen bekommt, begibt man sich auf die Suche nach einem so genannten Cache - einem versteckten Schatz. Hat man den Schatz gefun- den, so hinterlässt man eine Nachricht (im Geocacher-Jargon: „Man loggt“) und "tradet", man tauscht also ein vorhandenes Objekt durch ein mitge- brachtes aus - so geht das Spiel immer weiter. Bei dem weltweiten Spiel kann jeder teilnehmen, der mag. Voraussetzungen sind lediglich ein GPS-Empfänger (den es auch schon in den ersten Handys gibt), ein Internet-Zugang, um die Koordinaten im Netz zu finden und einen (kostenlosen) Account bei einem der Geocaching-Portale. Und schon kann es losgehen. So wie jeder einen Cache suchen kann, kann auch jeder einen Cache legen - und wird somit zum "Owner". Er kann den Cache mit einer Geschichte oder bestimmten Vorgaben versehen (z.B. dürfen nur Gegenstände zu einem bestimmten Thema getauscht werden). Als Owner ist er für die Pflege seines Caches zuständig. Er sollte regelmäßig überprüfen, ob noch alle Stationen vorhanden sind und der Cache in gutem Zustand ist.
2.Geschichte des Geocaching
GPS heißt Global Positioning System und wurde vom US-Verteidigungsmi- nisterium für militärische Zwecke entwickelt. Um Gegner nicht in denselben Vorteil wie die eigenen Truppen zu versetzen wurde das GPS-Signal bis ins Jahr 2000 verschlüsselt. Im Mai 2000 verkündete der damalige US-Präsident Clinton, dass die Verschlüsselung abgeschaltet wird. Um dies zu feiern hatte Dave Ulmer die Idee, einen „Schatz“ zu verstecken und die Koordinaten im Internet zu veröffentlichen. Zum ersten Mal über- haupt war es nun zivilen Personen möglich, einen Ort relativ genau anhand der Koordinaten zu finden, und zwar auf bis zu 6 m Genauigkeit (im Gegen- satz zu vorher 100 m Genauigkeit). Er versteckte also einen Behälter mit Krimskrams, nahm die Koordinaten vom Ort, veröffentlichte diese auf einer Website und gab vielen Menschen Bescheid. Innerhalb eines Tages wurde der Behälter dann auch schon ge- funden. Innerhalb weniger Tage begannen immer mehr Menschen, Caches - Schätze - zu verstecken und weniger als einen Monat später tauchte der erste Cache in Australien auf – ein weltweites Spiel hatte begonnen. Mittlerweile gibt es in fast jedem Land der Welt Caches – weltweit sind es rund 350.000, davon rund 28.000 Schätze allein in Deutschland.
3.Was brauche ich zum Geocachen?
Als erstes, und das ist das wichtigste: Einen so genannten GPS-Empfänger. Dieser empfängt ständig Signale von allen Satelliten, zu denen er direkten Sichtkontakt hat und vergleicht diese miteinander. Empfängt er von mindes- tens 4 Satelliten ein Signal, so kann er seine exakte aktuelle Position be- rechnen. Weiter brauche ich einen Internetzugang. Damit surfe ich eines der Geoca- ching-Portale, z.B. geocaching.com (gc.com) an. Auf gc.com, der weltweit größten Plattform, auf der auch nahezu alle Caches gelistet sind, erstelle ich mir einen (kostenlosen) Account. Der kostenpflichtige Premium-Account ist nicht notwendig. Er bringt, wenn überhaupt, erst erfahrenen Geocachern Vorteile. Erst mit einem Account werden alle relevanten Daten, insbesondere die Koordinaten, angezeigt. Um einen Cache in der Nähe zu finden, kann nun die Suche in gc.com ge- nutzt werden oder die komfortablere Kartenansicht auf geocaching.de – In- teraktive Karte. Mit einem Ausdruck des ausgewählten Caches mache ich mich dann auf, um diesenzu finden. Im einfachsten Fall (Traditional Cache) habe ich eine Startkoordinate, die ich anlaufe oder -fahre, und eine Zielkoordinate, bei der der Cache liegt. Komple- xere Caches haben dann noch Zwischenstationen, manchmal mit Rätsel, und werden Multicaches genannt. Wenn ich dann vor Ort einen Cache gefunden habe (meist eine Tupperdose oder eine „Munitionsbox“ der Army) finde ich in diesem mindestens: ein Logbuch, in dem ich mich eintragen kann und Krimskrams. Ich entnehme etwas und tausche gleichwertig gegen etwas anderes (so bleibt der Cache auch für den nächsten attraktiv). Abschließend logge ich den Cache von zu Hause aus auf dem Portal, wo ich ihn gefunden habe (z.B. geocaching.com), so habe ich stets den Überblick, welche Caches ich schon gefunden habe, bzw. welche noch offen sind.
4.GPS-Geräte
Es gibt viele verschiedene Arten von GPS-Empfängern, von denen jedoch vor allem Handgeräte (hand helds) für den Outdooreinsatz zum Geocaching geeignet sind, da sie robust genug sind und immer eine direkte Koordinateneingabe erlauben. Straßennavigationsgeräte und Lösungen mit GPS-Maus sind in der Bedienung meistens unkomfortabler und bei weitem nicht so robust wie Handhelds. Bei der Auswahl eines GPS-Gerätes sollte man vor allem auf leichte Bedienbarkeit achten. Der Preis spielt eine untergeordnete Rolle, denn auch günstige Geräte sind für das Geocaching geeignet.
Ein GPS-Empfänger, der zum Geocachen angeschafft wird, sollte folgende Merkmale aufweisen:
- 12-Kanal-Parallel-Empfang (bei aktuellen Geräten Standard) - mindestens spritzwassergeschützt (teilweise aus cachewiki.de) - wenn möglich mit der Möglichkeit, eine externe Karte zu laden (SD-Card) - wenn möglich mit der Möglichkeit des “paperless caching”
Es Geräte von Garmin, Magellan, Alan, Silva und Lowrance. Die Preise gehen ab ca. 100 € bis hoch zu mehreren hundert Euro - zum Einsteigen reicht ein Gerät in der mittleren Preisklasse (150-200 €) völlig aus.
Die Bedienung der Geräte unterscheidet sich z. T. erheblich, deswegen kann hier keine allgemein gültige Erklärung gegeben werden.
5.Die Geocaching-Portale
a. geocaching.com
gc.com ist die weltweit größte Plattform zum Thema Geocaching. Nahezu jeder Cache ist mindestens auch hier gelistet, viele sogar ausschließlich hier. Das Portal war die allererste Geocaching-Seite überhaupt. Die Website ist leider ausschließlich in Englisch verfügbar.
b. opencaching.de
Deutsche Geocacher haben eine Alternative entwickelt – ein vollständig in Deutsch verfügbares Portal mit internationalem Anspruch (auch hier können Caches auf der ganzen Welt gelistet werden). Leider sind hier bei weitem nicht so viele Caches verfügbar, wie auf gc.com. Manche listen ihre neu angelegten Caches zwar auf gc.com und oc.de, die meisten tun dies aber nicht.
c. Navicache.com / terracaching.com
Durch schlechte Bedienbarkeit haben die beiden Portale zunehmend an Be- deutung verloren. Kaum aktuelle Caches werden hier neu angelegt.
d. earthcache.org
Eine besondere Stellung nimmt earthcache.org ein. Nur als geologisch be- sonders interessant bewertete Orte werden hier gelistet. Durch dieses System sind Earthcaches besonders geeignet, um geografisches Wissen zu vermitteln oder Interesse in diesem Bereich zu entwickeln. Auch für die Caches selbst gelten besondere Auflagen, z.B. werden, da man ja davon ausgeht, dass der Ort besonders schützenswert ist, nur selten physische Caches ausgelegt – zum loggen muss man Website earthcache.org dann z.B. ein Foto vor Ort machen, sozusagen als Beweis, dass man da war.
e. geocaching.de
Geocaching.de bietet nicht wie die vorher genannten Websites Cache-Be- schreibungen an. Jedoch ist gc.de eine sehr interessante Einstiegsseite, zum einen, weil sie sehr gute und ausführliche Erläuterungen zum Geocaching für Anfänger und Fortgeschrittene in deutscher Sprache zur Verfügung stellt, zum anderen, weil es dort die so genannte „Interaktive Karte“ gibt. In einer Deutschlandkarte, bzw. kleineren Karten der Bundesländer, werden alle ver- fügbaren Caches in einer Region dargestellt und können so leicht gefunden werden.
6.Unterwegs
Eine gute Vorbereitung fürs Cachen ist wichtig. Stellt man unterwegs fest, dass einem z.B. Teile der Beschreibung oder Ausrüstung fehlen, kann das sehr lästig sein. Grundsätzlich sollte die Beschreibung sehr aufmerksam gelesen werden, meist wird hier schon darauf hingewiesen, was man an Ausrüstung evtl. brauchen könnte.
Als Grundausstattung kann gelten:
• GPS-Empfänger mit Ersatzakkus • Cachebeschreibung (auf vollständigen Ausdruck achten, hier ist gc.com sehr unkomfortabel) • Stift zum Loggen, falls keiner vorhanden (z.B. in einem Mikro, da kein Platz vorhanden) • Tauschgegenstände (am besten auch im Wert unterschiedliche, da möglichst gleichwertig getauscht werden sollte) • Taschenrechner (manche Multi-Caches erfordern hohes Mathematik-Wissen) • ggf. Handschuhe (um im Dreck zu wühlen), Taschenlampe, Kompass, Karte, Verpflegung, erste Hilfe-Set, gutes Schuhwerk ! • je nach Beschreibung Spezialausrüstung wie Kletterausrüstung, Leiter, Boot bis hin zur Tauchausrüstung – auf so spezielle Ausrüstung wird dann aber immer hingewiesen
7.Cache-Typen
Beim Geocaching gibt es die verschiedensten Varianten, einen Cache aufzu- bauen, zu verstecken, auffindbar zu machen usw. Hier sind der Fantasie des „Legers“ (beim Geocaching als Owner bezeichnet) kaum Grenzen gesetzt, was sich an sehr kreativ gelegten Caches immer wieder zeigt.
a. Traditional-Cache
Die einfachste Variante des Cachens. Eine Startkoordinate (Parkplatz) und eine Zielkoordinate (Cache) werden angegeben, der Cache kann somit direkt angelaufen (manchmal auch angefahren) werden.
b. Multi-Cache
Ähnlich wie beim Traditional bekommt man Startkoordinaten, die zweiten Koordinaten führen hier allerdings nicht zum Ziel, sondern zur ersten Stati- on. Hier gilt es meist Aufgaben zu lösen (z.B. Zahlen von einem Schild abzu- lesen) und anhand dieser die weiteren Koordinaten zu berechnen. Multi-Caches können gut eingesetzt werden, um z.B. durch einen schönen Rundweg zu führen, oder auch durch einen komplizierten Weg zu lotsen.
c. Offset-Cache
An den angegebenen Koordinaten findet man Zahlen auf einem bereits vor- handenen Objekt (z.B. Jahreszahlen an einem Denkmal, Kilometerangaben auf einem Wegweiser usw.), aus denen mit den Formeln aus der Beschrei- bung die Koordinaten der nächsten Station oder des Caches errechnet wer- den. Im Gegensatz zum Multi-Cache, bei dem ein oder mehrere (Micro-) Caches mit den Koordinaten (oder Hinweisen zu ihrer Berechnung, bzw. Pei- lung) der jeweils nächsten Station und letztendlich des eigentlichen Caches gefunden werden müssen, werden bei einem Offset-Cache nur vorhandene Objekte als "Hinweisgeber" verwendet.
d. Virtueller Cache
Ein Punkt ohne Dose und Logbuch. Der Fund wird entweder durch Beantwor- ten einer in der Beschreibung gestellten Frage belegt, deren Antwort nur vor Ort ermittelt werden kann, oder durch ein Foto von dem loggenden Cacher und/oder seinem GPS-Empfänger am entsprechenden Ort. Dieser Cachetyp ist empfehlenswert für Orte, an denen kein Cache versteckt werden kann/ darf (z.B. Naturschutzgebiet, Kulturdenkmal).
e. Nacht-Cache oder Night-Cache
Nacht-Caches sind eine Besonderheit beim Cachen, da sie, wie der Name vermuten lässt, nur nachts gefunden werden können. Meist werden Reflek- toren verwendet, die man von einem vorgegebenen Punkt aus durch das Anleuchten mit einer Taschenlampe finden kann. Hinweise im Umfeld des Reflektors führen dann zur nächsten Station. Es mag durchaus möglich sein die Reflektoren bei Tag zu suchen, dies gestaltet sich aber meist als un- gleich schwerer. Ein Nachtcache ist üblicherweise auch ein Multi- oder Mystery-Cache. Gesammelte Informationen über Nachtcaches findet man unter nightcaching.org.
f. Rätsel-Cache
Rätsel-Caches heißen bei Geocaching.com „Mystery“. Sie werden auch „Puzzle-Cache“ genannt. Die angegebenen Koordinaten sind nicht die des eigentlichen Versteckes, sondern befinden sich meist lediglich in der Nähe. Um die Finalkoordinaten zu erhalten muss zuerst ein Rätsel gelöst werden. Danach kann es wie beim Traditional zu den Koordinaten gehen, oder es beginnt ein Multi- oder auch ein Nach-Cache.
g. Webcam-Cache
Gefunden werden Webcam-Caches, indem man sich vor die entsprechende Kamera stellt, das Bild aus dem Internet speichert und dann in die jeweilige Cachedatenbank eingibt. Bei Geocaching.com werden neue Webcam-Caches nicht mehr aufgenommen, bestehende können jedoch noch geloggt werden.
h. Letterbox-Hybrid-Cache
Bei dieser Art von Geocache hat der Geocacheowner einen Stempel im Geocache versteckt der beim Loggen verwendet werden soll. Auch wird meist erwartet, dass der Geocacher selbst einen Stempel mitbringt und diesem im Logbuch verwendet. Der Letterbox-Hybrid-Cache ist eine Abwandlung eines Traditional-Caches. .
i. Cache In Trash Out Event
Ein Event (auch CITO genannt), bei dem Müll aus dem Gelände geräumt wird. Traditionell im Frühjahr veranstaltet.
j. Event-Cache
Ein Event-Cache ist ein Treffen für Geocacher. Dies können einmalige Events oder auch regelmäßige Stammtische sein. Die angegebenen Koordinaten bezeichnen den Treffpunkt - in der Regel ein Lokal oder ein Grillplatz. Event-Caches sind zum Kennenlernen von Cachern und zum Gedankenaustausch gedacht. Es gibt auch Events mit Cacheprogramm, wie z.B. auch die CITO-Events. Oftmals wird eine Box bereitgestellt, in der man Travel Bugs, Geocoins oder an- dere Gegenstände tauschen kann. Auf den meisten Events wird auch ein Log- buch herumgereicht. Die Termine vieler Event-Caches und sonstiger Geocacher-Treffen in Deutschland werden auch auf www.geocaching-events.de veröffentlicht.
k. Earth-Cache
Earth-Caches liegen an geologisch interessanten Punkten. Ähnlich wie beim Traditional-Cache geht man gleich zu den Koordinaten. Dort befindet sich jedoch kein Cachebehälter, sondern man muss andere Logbedingungen er- füllen. In den meisten Fällen besteht diese Bedingung darin, dass man sich vor Ort fotografieren muss und das Bild im Internet zusammen mit dem Log einstellt. Mittlerweile sind auch Fragen zu beantworten, da Caches, welche nur Fotos verlangen, gesperrt wurden. Earth-Caches können spannend für den Geografie-Unterricht sein oder um ein bestimmtes biologisches oder geografisches Thema interessant zu ge- stalten. Sie sind auf einer eigenen Webseite zu finden: http://www.earth- cache.org (teilweise aus cachewiki.de)
l.WhereIGo-Cache
WhwereIGo ist ein neues Spiel von Groundspeak.com und steht mittlerweile auch als Cache-Typ zur Verfügung. WhereIGo soll ein Adventure im echten Leben darstellen. Hierzu wird mit einer Software das Spiel gestaltet und der Spieler nutzt eine spezielle Hardware (WhereIGo-fähiges GPS-Gerät, wie das Garmin Colorado 300, oder einen PDA). An definierten Punkten bekommt der Spieler dann Anweisungen zur weiteren Wegstecke oder zum Verhalten innerhalb des Spiels.
8.Travelbugs und andere Reisende
Ein Travelbug ist ein Metallanhänger, auf dem eine eindeutige Nummer ein- gestanzt ist. Er kann an einem Gegenstand befestigt werden und dann "auf Reisen" geschickt werden. Über die eindeutige Nummer ist er (nach einer Registrierung auf gc.com) weltweit verfolgbar. So kann man nette Aufträge mit auf den Weg geben (z.B. "Besuche alle Kontinente") und immer verfolgen, wo sich der Travelbug gerade befindet, da er, einmal in der „Wildnis“ ausgesetzt, von Cachern (fast schon gierig) gefunden wird, um ihn dann entsprechend seinem Ziel neu auszusetzen.
Quelle(Geocaching–mediale Pfade Daniel Seitz www.mediale-pfade.de) u.H.a. CC-Lizenz vom Verfasser verändert
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