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Der Haggis   gehört zum schottischen Kulturgut.


Darunter versteht man


       1. ein Fabelwesen aus den Highlands


       2. das schottische Nationalgericht; mit Innereien, Hafer und magerem Fleisch gefüllter Schafsmagen.

Nach der Legende ist der Haggis nur in den schottischen Highlands zu Hause. Er ist ein Bergbewohner - seine drei Beine sind  unterschiedlich lang, so dass er problemlos seitlich am Berg stehen und deshalb nur in eine Richtung laufen kann. Seine Flügel presst er kräftig an seinen Leib, wodurch er immer wieder mal dudelsackartige Töne produziert.

Die Jagdsaison auf den Haggis ist kurz und umfasst nur wenige Tage Ende Januar.

Um einen Haggis zu fangen treibt man ihn am Besten in flaches Land, dann kippt er um und kann nicht mehr weg.

Der Dudelsack wurde ursprünglich auf der Haggis-Jagd zur Erzeugung der Paarungslaute gebraucht und ist deshalb auch heute noch wichtiger Bestandteil jeder Haggis-Jagd.

Aus dem Haggis wurde das schottische Nationalgericht gleichen Namens bereitet. Da der Haggis heutzutage aber selten geworden ist, behilft man sich mit einem Schafsmagen, der mit scharf gewürzten Schafsinnereien und Getreide; Hafer- oder Weizengraupen gefüllt wird. Er wird gekocht und zusammen mit Kartoffelbrei und Rüben gegessen.

 

In seiner Einfachheit dokumentiert der Haggis aber auch die Armut des Landes.

Das Rezept zur Herstellung und Zubereitung eines Haggis

Sie benötigen folgende Zutaten:

1 Schafsmagen (natürlich leer !!)
1 Schafsleber
1 Schafsherz
200 g Nierenfett (möglichst aus der Rinde)
¾ Tasse Hafermehl
3 Zwiebeln fein gehäckselt
1 Teelöffel Salz
½ Teelöffel Pfeffer
¼ Teelöffel Cayenne
½ Teelöffel Muskatnuss
¾ Tasse Brühe

So wird's gemacht:

Den Schafsmagen waschen und überschüssige Hautlappen und überschüssiges Fett entfernen, mit den Gewürzen einreiben. Mehrere Stunden in Salzwasser einweichen. Dann von innen nach außen umstülpen ("auf links drehen").

Zwischenzeitlich die Leber und das Herz in kaltes Wasser legen und dann zum Kochen bringen. Dann die Hitze reduzieren und den Topf mit einem Deckel abdecken. Für 30 Minuten simmern lassen. Das Herz klein hacken und die Leber grob zerkleinern. Jetzt das Hafermehl unter Rühren in einer Pfanne goldgelb rösten.

Alle Zutaten incl. der Brühe und des Nierenfetts mischen und in den leeren Magen einfüllen. Achten Sie bitte darauf, dass der Magen nur zu 2/3 gefüllt ist, weil sich das Hafermehl noch ausdehnen wird. Füllen Sie den Schafsmagen zu stark, wird er Ihnen später explodieren. Die Luft sorgfältig herausdrücken und fest zunähen oder zubinden.

Nachdem Sie den Magen nun vollständig bedeckt in einen Topf mit Wasser getan haben, kochen Sie ihn bei kleiner Hitze und ohne Deckel über drei Stunden. Füllen Sie hierbei verdampfendes Wasser ständig nach. Wenn sich die Hülle aufbläht, stechen Sie ein paar Mal mit einer Nadel oder Gabel hinein.

Plazieren Sie den Haggis ohne Fäden auf einer Platte in der Mitte des Tisches. Er wird mit einem Löffel serviert. Dazu gibt es üblicherweise "neeps and nips", zerstampfte weiße Rüben, Kartoffelbrei und einen Schluck Whisky.

 

Der Haggis wird traditionell von einem typisch gekleideten Schotten mit einem Dolch angeschnitten. Dabei wird folgende Ode von Robert Burns, dem schottischen Heimatdichter, vorgetragen:

Address to a Haggis

Fair fa' your honest, sonsie face,
Great chieftan o ' the puddin-race!
Aboon them a' ye tak your place,
Painch, tripe or thairm:
Weel are ye wordy of a grace
As lang's my arm.

The groaning trencher there ye fill,
Your hurdies like a distant hill,
Your pin wad help to mend a mill
ln time o' need,
While thro' your pores the dews distil
I.ike amber bead.

His knife see rustic labour dight,
An' cut ye up wi' ready slight,
Trenching your gushing entrails bright,
Like onie ditch;
And then, O what a glorious sight,
Warm-reekin, rich!

Ye pow'rs wha mak mankind your care,
And dish them out: their bill o' fare,
Auld Scotland wants nae skinking ware
That jaups in luggies;
But, if ye wish her gratfu' prayer,

Gie her a Haggis!